Ein Baby-Schlafsack als „Lebensversicherung“
Immer mehr Krankenhäuser und Geburtskliniken in Deutschland denken um
Die absolute Horrorvorstellung aller Eltern: „Plötzlicher Säuglingstod“! Eine Angstvorstellung, die man gerne verdrängt. In der Mediziner-Fachsprache nennt man den plötzlichen Säuglingstod auch „Sudden Instant Death Syndrom“ (SIDS). Gemeint ist der unerwartete Tod eines Babys, bei dem die Todesursache weder anhand der Vorgeschichte noch durch eine gründliche Untersuchung festgestellt werden kann.
Noch heute sterben in Deutschland jährlich etwa vier- bis fünfhundert Babys plötzlich und unerwartet, auch wenn die Zahl der unerwarteten Säuglingstode bereits erheblich gesunken ist.
Die Ursachen dafür sind trotz weltweiter Forschung nach wie vor nicht vollständig bekannt. Es gibt jedoch eine Reihe von Risikofaktoren, die Eltern vergleichsweise leicht vermeiden können. „Dazu zählen zum Beispiel die Sicherung der Rückenschlafstellung des Babys, die richtige Raumtemperatur von nicht mehr als 20 Grad und das Vermeiden von Unterkühlung und Überhitzung, sowie das Sorgen für eine rauchfreie Umgebung für das Baby“, so Professor Dr. Birgit Seelbach-Göbel, Chefärztin der Regensburger Klinik für Geburtshilfe St. Hedwig.
Als wichtigste Präventionsmaßnahme bezeichnen die Mediziner jedoch die Verwendung eines Babyschlafsackes anstelle einer Bettdecke. Auch ein Fell, ein Nestchen oder gar ein Kopfkissen haben im Babybettchen nichts zu suchen. Zu groß ist die Gefahr, dass das Kind nachts etwa unter die Decke gerät, sich nicht wieder frei strampeln kann, die verbrauchte Luft einatmet und so zu wenig Sauerstoff erhält. Ein Schlafsack mit einem Reißverschluss vorne, sowie einem Kopf- und zwei Armlöchern macht das unmöglich. Der Säugling kann so weder aus dem Schlafsack heraus-, noch in den Schlafsack hineinrutschen.
Immer mehr Geburtskliniken und Krankenhäuser in Deutschland steigen deshalb mittlerweile gänzlich auf die Verwendung von Schlafsäcken um und klären die Eltern über deren Vorteile auf.
In Regensburg zum Beispiel schenkt die Hedwigsklinik seit Anfang des Jahres jeder Wöchnerin einen solchen Schlafsack und zusätzlich eine Broschüre, die sämtliche Vorsichtsmaßnahmen auflistet.
Doch sollte man beim Baby-Schlafsack unbedingt auf Qualität achten. Schlafsäcke aus Polyester sind kontraproduktiv. Das Baby könnte überhitzen. Wieder ist die Gesundheit gefährdet. Gute Schlafsäcke gibt es mittlerweile für jede Wetterlage: mit Frotteefutter, Baumwoll- oder Wollplüsch und sogar mit Daunen, und auch die Größen variieren, so dass sogar Kinder bis zu zwei Jahren bequem in einem Schlafsack Platz finden. Und ein Rundumreißverschluss erleichtert das Wickeln ungemein.
Eva Linzmeier




