Schlaf, Kindlein schlaf
Wenn Kinder die Nacht zum Tag machen
Nach einem langen anstrengenden Tag haben Sie ihre Kinder endlich ins Bett gebracht und freuen sich auf einen ruhigen Abend auf der Couch. Doch es dauert nicht lange – sie haben es sich gerade gemütlich gemacht – da hören sie herzzerreißendes Geschluchze aus dem Kinderzimmer. Situationen wie diese kennen wohl alle Eltern. Doch eines vorweg: Viele Schlafstörungen im Kindesalter sind entwicklungsbedingt und verlieren sich nach einer gewissen Zeit von selbst. Die wenigsten Schlafprobleme haben krankhafte Ursachen.
Dies ist natürlich nur ein schwacher Trost für alle Eltern, die gerade Nacht für Nacht an der Seite ihrer tränenüberströmten Sprösslinge wachen und alles versuchen, damit diese wieder einschlafen. Grundsätzlich lässt sich zwischen drei verschiedenen Formen von kindlichen Schlafstörungen unterscheiden:
Ein- und Durchschlafstörungen, Aufwachstörungen, sowie Schläfrigkeit und Tagesmüdigkeit. Von einer Schlafstörung wird in der Regel allerdings erst dann gesprochen, wenn sich ein bestimmtes Problem über einen längeren Zeitraum regelmäßig und häufig zeigt.
Studien zufolge haben etwa 20 bis 25 Prozent aller Kinder in den ersten beiden Lebensjahren Probleme mit dem Durchschlafen, und auch im Kindergartenalter tun sich immer noch sieben bis 13 Prozent der Kinder schwer damit. Oft haben diese Ein- und Durchschlafstörungen jedoch ganz einfache Ursachen. Wenn nämlich Eltern ihr Kind zum Beispiel daran gewöhnt haben, dass sie es bis zum Einschlafen herumtragen oder im Kinderwagen herumfahren. Immer wenn das Kind nachts aufwacht wird es als erstes den wiegenden Arm seiner Eltern suchen. Auch ein instabiler Rhythmus ohne feste Essenszeiten oder ähnliches kann Schlafstörungen verursachen. Hier sind so genannte Zubettgeh-Rituale ganz wichtig, denn sie setzen für alle Kinder quasi ein Signal: „Es ist Zeit zum Schlafen!“
Wie so ein Ritual abläuft spielt eigentlich keine Rolle, die Hauptsache dabei ist, dass es sich jeden Abend auf die gleiche Weise und auch ungefähr zur selben Zeit wiederholt. Das Ritual kann eine vorgelesene Geschichte, ein gemeinsam gesungenes Lied oder gesprochenes Gebet sein. Dieses allabendliche Einschlafritual gibt den Kindern die Sicherheit und die Ruhe, sorgenfrei in die Traumwelt gleiten zu können.
In manchen Entwicklungsphasen sind Schlafprobleme jedoch auch ganz typisch. Krabbeln- oder Laufenlernen kann für einige Kinder so spannend und aufregend sein, dass sie diese neue Erfahrung auch nachts anfangs nur schwer verarbeiten können und so häufiger aufwachen. Auch Trennungsängste oder die „Angst vorm schwarzen Mann“ können gerade im Kindergartenalter vorübergehend zu Schlafproblemen führen, doch verschwinden diese Probleme meist genau so schnell wieder, wie sie auftauchen. Hier lautet die Devise: viel Verständnis und Zuneigung zeigen.
Neben diesen Ursachen können natürlich auch äußere Faktoren wie Verkehrslärm, Licht oder zu hohe Zimmertemperatur den kindlichen Schlaf in jedem Alter stören. Auch Fernsehen und Videospiele kurz vor dem Zubettgehen wirken sich nachweislich negativ auf den Schlaf aus.
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die meisten kindlichen Schlafstörungen nicht von Dauer sind und oft ganz einfache Ursachen haben. Sollte ihr Kind jedoch über einen längeren Zeitraum Probleme mit dem Schlafen haben, dann zögern sie nicht, ärztlichen Rat einzuholen. Denn anhaltende Schlafprobleme können die Entwicklung und die Gesundheit der Kinder nachhaltig beeinträchtigen.
Weitere Informationen auf 
www.kindergesundheit-info.de
Eva Linzmeier





