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Hilfe bei Aua in der Freizeit

 

Unzählige Kinder verunglücken jedes Jahr während der Freizeit: Zuhause, auf dem Spielplatz oder im Urlaub. Die Johanniter bieten deshalb einen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder an. Denn sie sind meist zur Stelle, wenn der Kumpel sich verletzt. 

Julia, erst drei Jahre alt, hält ihren süßen Fuß hoch und besteht mit ernstem Gesicht darauf, dass sie unbedingt jetzt und sofort ein Pflaster braucht, weil sie da ein Aua hat. Julia nimmt mit ihrem Bruder Philip und acht anderen Kindern an einem Erste-Hilfe-Kurs teil, bei dem Kinder lernen, Kindern zu helfen. Die Idee ist gut - und sie ist wichtig. Denn die meisten Kinder verunglücken im Haushalt und während der Freizeit. Und da sind meistens Freunde anwesend.  Martina Dobler-Maier, die ehrenamtliche Kursleiterin beim Veranstalter Die Johanniter, fängt mit einer Geschichte an: Von Jona, der seinem Freund Benny hilft, als der mit dem Rad verunglückt und sein Knie verletzt. Die Kinder lernen, wie sie einen Verband, ein Pflaster, am besten anfassen und dass sie es nicht mehr verwenden dürfen, wenn es auf den Boden gefallen ist, da dann  Bakterien drauf sind. Und Bakterien können offene Wunden böse entzünden. „Steril!“ Dieses Wort lernen die Kinder heute und wiederholen es immer wieder, im Chor. „Steril ist ganz wichtig“, erklärt Martina. „Ein Verband muss steril sein!“ Die Kinder erfahren weiter, dass man kein Wasser über tiefe Wunden laufen lassen darf, denn Wasser ist nicht steril. „Steril!“ wiederholen die Kleinen. Nur bei Verbrennungen darf man mit Wasser kühlen.

„Wir möchten den Kindern beibringen, wie sie in den ersten Momenten nach einem Unfall am besten reagieren. Denn die ersten Momente sind entscheidend. Wenn sie die Situation schon einmal durchgespielt und besprochen haben, brechen sie vielleicht nicht in Panik aus und können ihrem Freund oder Familienmitglied besser helfen“, erklärt Dobler-Maier das Ziel der Kurse für Kinder im Vor- und Grundschulalter. 

 

Deshalb lernen die Kinder jetzt die wichtigsten Regeln der Ersten Hilfe: 

Ein Pflaster auf die Wunde und trösten; ganz doll trösten. Hilfe holen: Mama oder Papa, die Nachbarn oder den Krankenwagen. 

Und damit der Anruf bei der Rettung gut klappt, lernen die Kinder einen Reim:

„Zwickt dich irgendwo ein Floh, wähle eins zwo zwo!“ 

 

Die Jungen und Mädchen wiederholen den Spruch vergnügt im Chor: „… eins zwo zwo…!“ Diese Nummer sollen sie im Schlaf wissen, wenn Freunde oder gar Mama oder Papa verletzt sind und Hilfe brauchen. 

 

Wichtig sind dann am Telefon die fünf „W“s, sagt Martina den Kindern. Die fünf „W“s des Notrufs: 

1. WO: Wo ist der Unfall passiert?

2. WAS: Was ist passiert?

3. WIE VIELE Verletzte gibt es?

4. WELCHE Verletzungen gibt es?

5. WARTEN! Solange am Telefon bleiben, bis der Mann oder die Frau sagt, dass man auflegen darf. 

„Dies ist sehr wichtig“, erklärt Martina den Kindern. „Denn wenn ihr vor lauter Aufregung eine wichtige Information vergessen habt - wie z.B. die Adresse - dann kann der Notarzt womöglich nicht richtig handeln.“ Ihre Schützlinge nicken beeindruckt. 

 

Dann der spannende Teil des Kurses: Die Kinder lernen, wie man einen Verband richtig anlegt. Sie dürfen sich gegenseitig verbinden. Das Handanlegen macht den Kindern nach der Theorie besonders viel Spaß. Und sie machen ihre Aufgabe sehr gut. Keines der Kinder fasst mit den Händen in den Verband, der auf die Wunde gelegt wird.

 

Zum Schluß gibt Martina ihren Schützlingen noch einen Reim auf den Weg:

Mit Urkunden werden die kleinen Erste Hilfe-Sprösslinge schließlich wieder auf den Spielplatz entlassen.

 

Erste Hilfe Kurs für Kinder: 

Ersthelfer von Morgen

Information zu den Kursen für Kinder im Vor-
und Grundschulalter: Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
www.juh.de

 

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